Mit meinen Worten  Biographisches

Druck

         
 

Mit meinen Worten

 

 

 
 


Die Kunst der Lithografie kam gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Europa auf. Lange träumte ich davon, auf dem Kontinent zu leben, wo alles begonnen hat. Also verliess ich 1987 mit 30 Jahren die USA, um in einem traditionellen europäischen Druckatelier zu arbeiten.


Meine berufliche Laufbahn als Kunstdrucker begann 1979, als ich nach abgeschlossener Ausbildung am Nova Scotia College of Art and Design von Druckermeister Ernest deSoto in San Francisco eingestellt wurde. In seinem Atelier traf ich mit zahlreichen lateinamerikanischen Künstlern zusammen, wie José Luis Cuevas, Alejandro Colunga und Gustavo Rivera.

Bei Druckermeister David Salgado von Trillium Graphics, ebenfalls in San Francisco, lag der Schwerpunkt auf grossformatigen Werken mit realistischen Inhalten. Eine wertvolle Erfahrung für die Entwicklung meiner Fertigkeiten als Handdrucker.

Inzwischen war das Jahr 1987 gekommen, und Europa lockte.

 


Das Druckatelier "Printshop" von Piet Clement in Amsterdam wurde für fast drei Jahre mein neues Zuhause. Dort arbeitete ich mit holländischen, belgischen und deutschen Künstlern und druckte Lithografien, die ausschliesslich auf Stein gezeichnet waren. Es entstanden Drucke mit den Holländern Constant und Lucebert, beide wichtige Mitglieder der COBRA-Bewegung, und mit den renommierten deutschen Künstlern A. R. Penck und Jürg Immendorf.

1990 wurde mir klar, dass mein nächster Schritt die Eröffnung eines eigenen Ateliers sein würde. Im kleinen Dorf Merligen, am Thunersee im Berner Oberland, lebte und arbeitete ich sieben Jahre lang. Mein Kunstdruckatelier war klein, aber gemütlich. Manchen Sommer verbrachte ich mit meinem treuen Hund Jana, druckte Kunst und unternahm lange Spaziergänge in die Berge.

1999 ergab sich die Gelegenheit, das Druckatelier nach Bern zu verlegen. Ich hatte einen idealen Raum gefunden, aber dieser musste zuerst gründlich renoviert werden. Im Dezember eröffnete ich unter dem Namen "Druckatelier-Galerie Tom Blaess" mein eigenes Atelier. Mit viel Elan arbeite und drucke ich seitdem in den neuen Räumen. Zweimal pro Jahr organisiere ich Ausstellungen. Auch spontane Atelierbesuche sind mir sehr willkommen. Ich freue mich über alle neuen Ideen, sei es aus dem Bekanntenkreis oder von den Monotypie-Workshop-Teilnehmer.